Wanderausstellung zum 75- Jahre-Jubiläum der Befreiung Österreich
Die Wanderausstellung „Topographie des Widerstands in der Steiermark“ macht von 9. bis 21. Juni 2020 am Deutschlandsberger Hauptplatz (Fußgängerzone / Allee) Station.

Anlässlich des 75-Jahre-Jubiläums der Befreiung Österreichs durch die Alliierten haben Architekturstudierende der TU Graz eine Wanderausstellung mit wechselnden Inhalten konzipiert. Die entstandenen Displays kartografieren und rekonstruieren anhand von vier Fallstudien Spuren des Widerstands in der Steiermark mit den Mitteln der forensischen Architektur.

Wie hat Widerstand gegen den Nationalsozialismus in der Steiermark ausgesehen? Wie in Deutschlandsberg?

Die Studierenden haben dabei ein Semester lang anhand von vier exemplarisch ausgewählten Fallstudien in der Steiermark (Graz, Deutschlandsberg, Leoben und Eisenerz) verschiedene Aspekte von Widerstandshandlungen gegen das NS-Regime bearbeitet. Dafür wurden Quellen aus Archiven in Österreich, Frankreich, Deutschland und Slowenien untersucht, historische Dokumente ausgewertet, Orte des Geschehens mit den Mitteln der forensischen Architektur rekonstruiert und schließlich ihre Forschungsergebnisse durch Informationsgraphiken, 3D-Visualisierungen und Modelle visualisiert.

Die Widerstandsgruppe „Kampfgruppe Steiermark“, die 1944/45 im slowenisch-steirischen Grenzgebiet rund um Deutschlandsberg agierte, wurde von den Studierenden Alice Steiner, Anna Sachsenhofer und Thomas Tunariu untersucht. Sie konnten nachzeichnen, wie die Mitglieder der „Kampfgruppe Steiermark“ – gemeinsam mit vor Ort agierenden Partisanen – versuchten durch Sabotageakte und Störaktionen Widerstand gegen das NS-Regime zu leisten. Dabei zeigen die Studierenden nicht nur, dass der Widerstand für viele Mitglieder der „Kampfgruppe Steiermark“ bereits mit den Februarkämpfen 1934 gegen den Faschismus in Österreich begonnen hatte und eine über zehnjährige Emigration quer durch Europa zur Folge hatte; anhand der Ereignisse um ein Gefecht bei Soboth vom 6. März 1945 wird exemplarisch ersichtlich, welch drastische Folgen der Widerstand für die Partisanen und ihre Unterstützer hatte.

Begleitet wurde das Semesterprojekt durch die Lehrenden Prof. Daniel Gethmann, Dipl.-Ing.in Waltraud Indrist und Dr. Heimo Halbrainer.

Aufgrund der COVID-Beschränkung werden die KuratorInnen die Ausstellung zwar nicht persönlich eröffnen können, aber per Audioguide eine Einführung anbieten:
http://akk.tugraz.at/news/topographie-des-widerstands-in-der-steiermark/