Die Edelkastanie
     
Eine weitere Spezialität unserer Region ist die Edelkastanie. Die Edelkastanie ist ein Gewächs aus der Familie der Buchen. Die Früchte
- die begehrten Edelkastanien - reifen von Oktober bis November in unserer Umgebung.

Ab Oktober kann man an den öffentlichen Plätzen und in den Buschenschänken gebratene Kastanien genießen. Als Getränke zu dieser Köstlichkeit sind besonderes der "Sturm" (gärender Traubensaft ab 1%) und Süßmost beliebt.

Im Herbst bzw. im Spätherbst gibt es bei uns kaum etwas Schöneres, als ein geselliges Zusammensein mit Freunden bei Kastanien und "Sturm".
 

Eine Spezialität im Herbst sind gebratene Edelkastanien


Sollten Sie selbst Zeit und Lust haben Kastanien zu braten, so finden Sie nachstehend unsere Anleitung, wie Sie beim Kastanienbraten die besten Erfolge erzielen können, dies vor allem durch die Vermeidung der häufigsten Fehler, die immer wieder passieren.

Anleitung zum Kastanienbraten:
Was man zum Braten braucht:
  • Einen Ofen (oft z.B. aus einem Wasserboiler selbst modifiziert), der von unten Luft bekommt und in dem man natürlich die einzelnen Holzscheiter legen kann. Der Ofen muss oben offen sein, man braucht ja schließlich ein entsprechendes offenes Feuer (Flamme).
  • Eine Bratpfanne: Hier empfliehlt es sich, dass die Bratpfanne am Rand nach außen gewölbt ist, damit die Kastanien auch in der Pfanne bleiben.
  • Holzscheiter: Beim Holz sollte Weichholz (Nadelhölzer etc.) verwendet werden. Die einzelnen Scheiter müssen natürlich in den Ofen passen (was die Länge betrifft). Wichtig ist, dass die einzelnen Scheiter nicht mehr als 3-6 Zentimeter breit sind.
  • Edelkastanien: Hier empfiehlt es sich, dass die Kastanien etwa eine Woche abgelegen sind. Sie werden dann geschmackvoller (süßlicher).

Vorbereitung:
  1. Feuer: Man heizt also den Ofen ein.
    Merke: Es sollen gerade soviel Holzscheiter in den Ofen gelegt werden, dass diese nach dem Fertigbraten einer Pfanne Kastanien fast abgebrannt sind. Meistens reichen eben 6 - 10 Scheiter (je nach Größe des Ofens). Das Feuer ist sehr wichtig, nach ein paar Pfannen bekommt man dafür ein entsprechendes Gefühl.
  2. Man legt so viele Kastanien in die Pfanne, dass der Boden der Pfanne bedeckt ist (also nicht so viele, dass die Kastanien schon übereinander liegen, sondern möglichst nebeneinander). Wenn ein paar Kastanien darüberliegen, so macht das nichts.
  Häufige Fehler:
  1. Während dem Braten einer Pfanne Kastanien keine Holzscheiter nachlegen. Wenn es schon notwendig ist mehr Feuer zu haben, dann wirklich nur 1 -2 Scheiter nachlegen. Grundsätzlich sollte man eben überhaupt kein Holz nachlegen müssen.
  2. Kastanien nur über dem Feuer umdrehen. Dreht man die Kastanien neben dem Ofen um, so vertragen diese den Temperaturunterschied nicht und platzen (sie explodieren nahezu).
  3. Die Kastanien während des Bratens keinesfalls in die Höhe (vielleicht sogar noch neben dem Ofen) schmeissen, sondern mit Gefühl immer über dem Ofen umdrehen). Die Frucht der Kastanie verliert sonst zu früh den eigenen Schutz (Schale) und verbrennt dann, genau an der ungeschützen Stelle über dem offenen Feuer.

Durchführung:
  1. Man legt erst dann die Pfanne mit den Kastanien auf den Ofen, wenn das Feuer am höchsten ist (das ist sehr wichtig)Merke: Wenn die Pfanne einmal auf dem offenen Feuer liegt, so sollte die Pfanne zum Umdrehen der Kastanien (leichtes horizotales hin- und her rütteln) nicht neben dem Feuer, sondern über dem Feuer gehalten werden.
  2. Zuerst bleiben die Kastanien solange auf dem Feuer, bis diese leicht schwitzen (es bilden sich kleine Wassertropfen an der Außenhaut der Kastanien).
  3. Wenn die Kastanien leicht schwitzen, werden diese über dem Ofen umgedreht (leichtes horizontales hin- und her rütteln), und sofort wieder auf das (nun immer schwächer werdende Feuer) gelegt. Die Kastanien werden nun, aufgrund des
    Feuers (Hitze an der Außenhaut schwarz).
  4. Merke: Es werden die Kastanien nun solgange gebraten, bis diese durchgebraten, also essfertig sind. Dazu die folgende Grundregel:

    Am Anfang sind die Kastanien durch die Schale noch geschützt und können daher zwischen dem einen und dem anderen Umdrehen länger auf dem Feuer gehalten werden.

    Je ungeschützter also die Kastanien werden (die Schale wird durch die Hitze - der Flamme  immer dünner), desto kürzer sind die zeitlichen Abstände von dem einen Umdrehen der Kastanien bis zum nächsten Umdrehen der Kastanien.

    Dies ist also auch der Grund, warum man mit dem höchsten Feuer beginnen sollte, denn die Kastanie wird beim Braten immer empfindlicher (Verbrennen der Außenschale).
  5. Es werden also die zeitlichen Abstände zwischen dem einen und anderen Umdrehen der Kastanien immer kürzer. Gleichzeitig sollte das Feuer immer schwächer werden.
  6. Zum Schluss werden die nun gebratenen Kastanien über dem Ofen mit dem schwachen Feuer solange hin- und her gerüttelt, bist sich die  (nun schon fast) verbrannte Schale, von der eigentlichen Frucht gelöst hat.
  7. Profis lösen in diesem Stadium die Schale fast gänzlich von der eigentlichen Frucht, indem die Kastanien mit der Pfanne hochgeschmissen werden und mit leichtem Gegendruck mit der Pfanne wieder aufgefangen werden.
Diese Anleitung wurde von Werner Koch ("staatlich geprüfter Kastanienbrater", das ist zumindest sein Spruch) geschrieben.  Alle Angaben ohne Gewähr auf Erfolg.

Er wünscht ein gutes Gelingen!